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Erste Hilfe im Alltag

Schnittwunden im Haushalt richtig versorgen

Ein Ausrutscher mit dem Küchenmesser passiert schnell. So versorgen Sie kleine und größere Schnittwunden sicher und erkennen, wann ärztliche Hilfe nötig ist.

Von simutrain Notfallseminare Inh. Daniel Kittner31. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Hände legen einen Verband am Unterarm an
Schnittverletzungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Haushalt. Meist trifft es die Finger beim Gemüseschneiden, beim Öffnen von Verpackungen oder beim Abwasch. Die gute Nachricht: Die meisten Wunden lassen sich mit wenigen Handgriffen gut versorgen.

Erst schützen, dann helfen

Wenn Sie einer anderen Person helfen, ziehen Sie nach Möglichkeit Einmalhandschuhe aus dem Verbandkasten an. Sie schützen sich und die Wunde gleichermaßen. Lassen Sie die verletzte Person sich hinsetzen, denn schon der Anblick von Blut kann zu Kreislaufproblemen führen.

Kleine Schnittwunden

  • Die Wunde kurz bluten lassen, damit Schmutz ausgespült wird.
  • Sichtbare grobe Verschmutzungen vorsichtig entfernen, keine Hausmittel wie Mehl, Öl oder Puder verwenden.
  • Ein keimfreies Pflaster oder eine Wundauflage aufbringen.

Stärker blutende Wunden

Blutet eine Wunde stark, wird der verletzte Körperteil hochgehalten und eine keimfreie Wundauflage fest aufgedrückt. Reicht das nicht, hilft ein Druckverband: Wundauflage auflegen, mit einigen Bindengängen fixieren, ein Druckpolster, zum Beispiel ein ungeöffnetes Verbandpäckchen, direkt über der Wunde auflegen und mit weiteren Bindengängen befestigen. Der Verband soll fest sitzen, aber die Durchblutung der Finger nicht abschnüren.

Wann zum Arzt?

Ärztlich versorgt werden sollten Wunden, die klaffen, tiefer als wenige Millimeter sind, an Gesicht, Gelenken oder Händen liegen, stark verschmutzt sind oder nach zehn Minuten Druck noch weiterbluten. Auch Taubheitsgefühle oder eingeschränkte Beweglichkeit eines Fingers sind ein Warnzeichen, denn Sehnen oder Nerven können betroffen sein. Wichtig ist außerdem der Tetanusschutz: Liegt die letzte Impfung länger als zehn Jahre zurück, sollte sie aufgefrischt werden.

Gut vorbereitet sein

Ein vollständiger Verbandkasten in der Küche oder im Bad spart im Ernstfall wertvolle Zeit. Prüfen Sie regelmäßig das Ablaufdatum der Materialien und ersetzen Sie Verbrauchtes. Wer die Handgriffe einmal im Erste-Hilfe-Kurs geübt hat, bleibt auch im Ernstfall ruhiger.